Sauerstofftherapie

Unter Sauerstofftherapie versteht man Verfahren, die dazu beitragen, dass der Körper mit mehr Sauerstoff versorgt wird und die Durchblutung verbessert wird. Es gibt eine Vielzahl von Therapien, die sich in ihrer Methode und der Effektivität unterscheiden.

Behandlung mit Sauerstoff

Durchblutung bei Arteriosklerose

Ozontherapie

Bei einer Sauerstofftherapie durch Ozontherapie wird dem Patienten Blut aus der Armvene entnommen und in einem sterilen Gefäß mit einer definierten Mischung aus medizinischem Sauerstoff und Ozon vermengt. Das Blut wird danach wieder langsam dem Patienten durch Infusion zurückgegeben.

Normobare Sauerstofftherapie

Die Gabe von Sauerstoff bei normalem Druck der Umgebung. Der Patient sitzt oder liegt und atmet über eine Maske oder Nasensonde den Sauerstoff ein.

Hyperbare Sauerstofftherapie

Verabreichung von Sauerstoff unter erhöhtem Druck der Umgebung. Meist in Druckkammern, in denen man über die Zeit einem kontrolliertem Überdruck ausgesetzt wird.

Hämatogene Oxidationstherapie

Bei der Hämatogenen Oxidationstherapie (H.O.T.) wird das Blut in einem sterilen Gefäß mit reinem Sauerstoff versetzt. Zusätzlich wird es mit UV-Licht einer speziellen Frequenz bestrahlt. Es entsteht ein aktivierter Sauerstoff, der noch bis zu einem Jahr nach der Behandlung im Körper nachweisbar ist.

Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie nach Ardenne

Die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie wurde von dem deutschen Physiker Professor Manfred von Ardenne entwickelt. Der Patient erhält vor der Sauerstoffgabe ein Getränk aus verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen. Danach erfolgt die Inhalation von Sauerstoff über eine Atemmaske. Der Patient führt dabei Konzentrations- und Gedächtnisübungen durch. Nach der Atemtherapie folgt leichte körperliche Betätigung, etwa Radfahren auf einem Ergometer.

Wozu Sauerstofftherapie?

Sauerstofftherapie ist für das Leben jeder einzelnen Zelle Voraussetzung. Werden die Zellen nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, wird deren Funktion reduziert, was bis zum Absterben führen kann.

Durchblutung

Wir haben in unserem Körper ein gewaltiges System von Gefäßen. Die Hauptschlagader, die von unserem Herzen kommt, teilt sich in immer kleinere Gefäße auf. Wie die Äste einer Baumkrone verzweigen sich die Adern immer weiter und erhöhen so ihr Netzwerk, mit dem die Zellen versorgt werden. Der Blutfluss geht über Arterien in Arteriolen über. Aus diesen entspringen die kleinsten Gefäße, die man Kapillaren nennt. Sie bilden ein Netz, was den Austausch von Sauerstoff, Nährstoffen und Stoffwechselendprodukten zwischen den Geweben und dem Blutkreislauf ermöglicht. Von der arteriellen Seite gelangt das Blut in das venöse System. Hier fließt das Blut über Venolen in die Venen zurück und wird wieder zum Herzen transportiert.

Die kleinsten Kapillaren haben einen Durchmesser von nur 3 µm (das sind 3 Tausendstel eines Millimeters). Eine Zelle, die den Sauerstoff transportiert (Erythrozyt) besitzt einen Durchmesser von ca. 7 µm.

Wie kommt die Zelle da durch?

Benutzen Sie die Navigation im Bild, um die Lösung zu sehen.

Die Lösung: Die Erythrozyten können sich verformen. Sie nehmen die Form einer Rolle an. Dadurch wird die Oberfläche zur Gefäßwand erhöht, um den Sauerstoff besser abzugeben. Voraussetzung ist aber eine flexible Zellwand. Die Verformbarkeit hängt von dem Alter der Zellen und dem Sauerstoffgehalt ab. Zellen mit wenig Sauerstoff sind starrer und können sich nicht mehr so leicht verformen. Sie gelangen nicht mehr durch die kleinen Durchmesser bleiben in den großen Gefäßen bzw. werden abgebaut. Durch die Sauerstofftherapie werden die Erythrozyten mit mehr Sauerstoff beladen und werden wieder elastischer.

Arteriosklerose

Die Arteriosklerose wird auch Arterien- oder Gefäßverkalkung genannt, weil sich an den Gefäßwänden neben einem Gemisch aus verschiedenen Stoffen auch Kalk ablagert. Es kommt zur Bildung von Plaques, die das Gefäß verengen (s. Startbild). Als Risikofaktor gilt z. B. Bluthochdruck, Rauchen oder Diabetes. Um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten, müssen sich die Zellen an den Engstellen entsprechend verformen können.

Neue Erkenntnisse zu Herzinfarkt und Schlaganfall

Nach Professor Dr. Axel Haverich, seit 1996 Direktor der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie der MHH, können Durchblutungsstörungen zu Arteriosklerose und damit zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Anfällig für Arterienverkalkungen seien vor allem Blutgefäße, die selbst winzige Gefäße in ihren Innenwänden besitzen. Diese sogenannten Vasa vasorum dienen zur Versorgung der Gefäßwände mit Sauerstoff und Nährstoffen. Werden diese kleinen Gefäße durch Viren, Bakterien oder Feinstaub verstopft, ist die Durchblutung und damit die Versorgung der Gefäße gestört und es kommt zu Entzündungsreaktionen. Ist ein kleines Versorgungsgefäß verschlossen, stirbt der nicht versorgte Teil der Arterienwand ab und verdickt sich.

Welche Symptome können bei Durchblutungsstörungen auftreten?

Die Symptome bei Durchblutungsstörungen sind unterschiedlich und gehen meist schleichend in ein klinisches Krankheitsbild über. Das unterversorgte Gebiet bzw. Organ zeigt anfänglich keine starken Symptome. Die betroffenen Zellen können jedoch nicht mehr mit voller Leistung arbeiten. Dauert die Durchblutungsstörung an oder wird sie stärker, entwickeln sich je nach Empfindlichkeit und Zielgebiet unterschiedliche Beschwerden:

Gehirn

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Nachlassen der Erinnerung
  • Konzentrationsstörungen
  • Wortfindungsstörungen
  • Sehstörungen
  • Ohrensausen, Tinnitus
  • schnelle Ermüdbarkeit

Herz

  • Kurzatmigkeit bei Anstrengungen
  • Beklemmungsgefühl
  • Druck in der Brust
  • Schmerzen von der Brust in den Arm ausstrahlend

Arme und Beine

  • Kältegefühl
  • verminderte Gehstrecke
  • Schweregefühl
  • Blässe
  • Kribbeln
  • Taubheit
  • Krämpfe
  • schlecht heilende Wunden

Allgemein

  • chronische Erkrankungen von Leber, Nieren, Lunge, Magen, Darm
  • Migräne
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkrheuma
  • Weichteilrheuma
  • Allergien
  • Neurodermitis
  • Schuppenflechte
  • Augenkrankheiten
  • schnellere Alterung

Einteilung Durchblutungsstörungen

Durchblutungsstörungen werden nach unterschiedlichen Klassifizierungen eingeteilt:

1. Größe der betroffenen Gefäße

Makrozirkulationsstörung

Betroffen sind die großen Gefäße (Arterien und Venen).

Mikrozirkulationsstörung

Betrifft die kleinsten Gefäße: Arteriolen, Venolen und Kapillaren.

2. Ursachen

Funktionelle Durchblutungsstörungen

Verengung der Blutgefäße (vasokonstriktorisch): z. B. Raynaud Krankheit

arterielle Verschlusskrankheiten

Z. B. bei Arteriosklerose, diabetische Angiopathie, entzündliche Gefäßkrankheiten (Arteriitis, Endangiitis), Embolien.

  • im Extremitätenbereich (Arme, Beine): periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)
  • Viszeral (die Eingeweide betreffend): z. B. Halsschlagaderverschluss, koronare Herzkrankheit (KHK), Nierenarterienstenose, Aortaverschlüsse

venöse Verschlusskrankheiten

Z. B. bei Venenthrombose, Thrombophlebitis, Phlebitis.

Mikrozirkulationsstörungen

  • gefäßbedingt
  • verminderte Fließfähigkeit des Blutes

sonstige Formen

  • Gefäßmissbildungen
  • Kompression (Tumore, Kompartmentsyndrom)
  • Verletzung

Mischformen

  • Hierbei liegen mehrere Ursachen vor.

Krebstherapie

In der Krebstherapie kommt die Sauerstofftherapie als unterstützende Therapie zum Einsatz. Sie wird auch zur besseren Verträglichkeit und Nachbehandlung der Chemotherapie durchgeführt. Sinnvoll ist hierbei die Absprache und Koordination mit den mitbehandelnden Ärzten.

Die hier gemachten Angaben dienen als Information. Hieraus ist kein Heilversprechen abzuleiten. Für eine individuelle Beratung vereinbaren Sie bitte einen Termin in meiner Praxis.

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Naturheilkunde

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