Bluthochdruck

Die Behandlung des Bluthochdruckes mit Naturheilverfahren kann aussichtsreich sein. Im Folgenden werden die Auswirkungen der Hypertonie, Risikofaktoren, Behandlung und Ursachen erläutert sowie ein Fallbeispiel aus der Praxis geschildert.

Warum ist der Bluthochdruck gefährlich?

Besteht über längeren Zeitraum ein erhöhter Blutdruck, können die Blutgefäße geschädigt werden. An den Gefäßwänden entstehen kleinste Einrisse, die zur Entzündung und Einlagerung von Kalk und anderen Stoffen führen. Das Volumen verengt sich und die Durchblutung ist herabgesetzt. Das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall steigt. Ein kurzfristig erhöhter Blutdruck, wie er z. B. bei Anstrengungen nach Treppensteigen auftritt, ist normal und führt nur selten zu Schäden. Das Risiko steigt erheblich, wenn weitere Risikofaktoren wie hinzukommen:

  • Bewegungsmangel,
  • schlechte Ernährung,
  • Übergewicht,
  • Rauchen,
  • familiäre Veranlagung für Gefäßkrankheiten oder
  • Diabetes.

Schulmedizinische Behandlung

Nach Abklärung von organischen Ursachen (z. B. Nierenerkrankungen) stehen verschiedene Medikamente mit unterschiedlichen Wirkungsarten zur Verfügung. Es gibt Blutdrucksenker, die

  • auf den Herzschlag wirken
  • die Gefäße entspannen
  • die Ausschüttung oder Wirkung von körpereigenen Stoffen hemmen, die zur Gefäßverengung führen
  • Wasser aus dem Körper ausschwemmen.

Einige Medikamente lassen sich kombinieren, um eine stärkere Wirkung zu erhalten.

Ursachen

Nierenfunktionsstörungen

Die Niere benötigt zur normalen Funktion einen kontinuierlichen Blutfluss. Ist dieser aufgrund verschiedener Ursachen herabgesetzt, schüttet sie Stoffe aus, die den Blutdruck ansteigen lassen.

Verringerung der Elastizität der Gefäße

Bei verschiedenen Erkrankungen und im Laufe der Zeit verändert sich die Elastizität der Gefäßwände. In jungen Jahren sind die Gefäße sehr flexibel. Die Blutdruckspitzen, die durch den Herzschlag entstehen, können durch Ausdehnung leicht aufgefangen werden. Werden die Gefäße starrer, wird der Druck nicht mehr gepuffert. Es kommt zum Bluthochdruck.

Stress, Ärger, Anspannung, Sorgen, Schlafmangel

Wirken sich auf unser autonomes Nervensystem aus. Dieses Nervensystem können wir nicht willentlich kontrollieren. Es regelt Körperfunktionen wie z. B. die Atmung oder Schwitzen. Auch für die Fluchtreaktion bei Gefahr ist es verantwortlich. Dabei werden die Bronchien erweitert und die Atmung wird verstärkt, um mehr Sauerstoff zur Verfügung zu haben. Zum besseren Sehen vergrößern sich die Pupillen. Unsere Gefäßwände sind mit kleinen Muskelfasern durchzogen, die von diesen Nerven angesprochen werden. Spannen sich diese Muskelfasern an, verengen sich die Gefäße und das Blutvolumen kann gezielt verteilt werden. Die Muskeln in den Armen und Beinen erhalten mehr Blutvolumen und werden leistungsfähiger.

Stehen wir jedoch durch Ärger, Anspannung, Sorgen oder Schlafmangel ständig in einem Fluchtzustand, kann sich ein Bluthochdruck entwickeln.

Schmerzen

Auch Schmerzen führen zur Aktivierung des autonomen Nervensystems. Es bedeutet ständiger Stress, verbunden mit Muskelverspannungen. Häufig kommen Schlafmangel und Konzentrationsstörungen hinzu. Die Symptome verstärken sich wie in einem Wechselkreis gegenseitig.

Übergewicht und Bewegungsmangel

Übergewicht und Bewegungsmangel sind ungünstig für unsere Gesundheit. Mit einem normalen Gewicht entlasten wir unser Herz-Kreislaufsystem. Wir sind leistungsfähiger und können uns besser Bewegen. Durch regelmäßigen Sport tragen wir zur Besserung unseres Wohlbefindens bei. Stress und Anspannung wird abgebaut und wir fühlen uns ausgeglichener.

Zugeführte Stoffe

Einige Medikamente können den Blutdruck erhöhen:

  • Mittel gegen Erkältungen
  • Mittel gegen Allergien
  • Kortison
  • Aldosteron
  • Koffein
  • Präparate mit Süßholz (z. B. gegen Magenprobleme)

Auch andere Stoffe wirken sich auf den Blutdruck aus:

  • Kaffee
  • Tee
  • Energydrinks
  • Ingwer
  • Lakritz

Zu viel Salz muss im Körper durch Wasser neutralisiert werden, was zu einem größeren Blutvolumen führt. Dadurch kann der Blutdruck steigen. Ernähren Sie sich gesund und möglichst salzarm. Viele Menschen sind an zu salzige Speisen gewöhnt. Deren Geschmacksnerven sind abgestumpft und es muss zu viel nachgewürzt werden. Wird es reduziert, schmeckt das Essen anfangs fahl. Wird aber durchgehalten, kehrt nach einiger Zeit die Funktion der Geschmacksnerven wieder zurück.

Naturheilkundliche Behandlung

Verändern Sie die oben genannten Faktoren, die Sie beeinflussen können. Besonders ein normales Gewicht und regelmäßige Bewegung wirken sich nicht nur auf den Blutdruck günstig aus. Stress wird abgebaut, die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden werden gesteigert.
Die Naturheilverfahren bieten verschiedene Möglichkeiten der Behandlung. Entscheidend ist die Diagnostik der Ursache. Das Ziel ist ein normaler Blutdruck mit möglichst wenig oder keinen Blutdruckmitteln.

Fallbeispiel

Der Hausarzt eines 55 jährigen Patienten stellte bei einer Routineuntersuchung ein Bluthochdruck fest. Er hat mittlerweile drei Medikamente zur Blutdrucksenkung verordnet bekommen, mit denen er einen normalen Blutdruck hat. Der Patient stellt sich in meiner Praxis mit der Frage vor, ob sich mit naturheilkundlichen Therapien die Blutdruck-Medikamente reduzieren lassen.

Befund

Der Patient ist normalgewichtig und leistungsfähig. In der Familie sind keine Herz-Kreislauferkrankungen bekannt. Er arbeitet selbstständig und ist mäßigem Stress ausgesetzt. Bei der Untersuchung der Wirbelsäule fallen Bewegungseinschränkungen und Muskelverspannungen auf. Keine weiteren Erkrankungen, keine weitere Medikamenteneinnahme.

Behandlung

Der Patient wurde mit Neuraltherapie, Akupunktur und Chiropraktik behandelt. Die Medikamente nahm er anfangs weiter und konnte diese im weiteren Verlauf unter Kontrolle reduzieren. Der Patient kommt regelmäßig zur Untersuchung und fühlt sich sehr wohl. Die von seinem Hausarzt durchgeführte Langzeit-Blutdruck-Messung ergab normale Ergebnisse. Mittlerweile benötigt er von den drei Medikamenten nur noch eins und dieses in einer geringeren Dosis.

Beurteilung

Die Beschwerden an der Wirbelsäule haben das Nervensystem belastet, was zum Hypertonus geführt hat. Die Bewegungseinschränkungen hat der Patient am Anfang der Behandlung nicht als störend empfunden. Dies liegt daran, dass sich die Beschwerden langsam eingeschlichen haben und sich der Körper daran gewöhnt hat. Der Unterschied nach der Behandlung ist umso deutlicher.